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Medienmitteilung - einwandfreies Trinkwasser

2020-02-13 10:39:21

Wasser der Gemeinde Zufikon kann weiterhin ohne Einschränkungen konsumiert wer­den

Der Sonntagszeitung, Ausgabe vom 9. Februar 2020, war zu entnehmen, dass die Ge­meinde Zufikon gemäss Zahlen des Bundesamtes für Umwelt Rang 7 der "Pestizid­höllen der Schweiz" belege. Damit wird fälschlicherweise der Eindruck vermittelt, dass das Wasser, welches an die Bevölkerung abgegeben wird, mit Pestiziden und deren Abbauprodukten verseucht und nicht zum Gebrauch geeignet sei. Analysen des Regio­nalen Wasserverbandes Mutschellen vom Januar 2020 hingegen belegen das Gegenteil. Das Zufi­ker Trinkwasser kann bedenkenlos konsumiert werden.

Vorab ist festzuhalten, dass die in der Sonntagszeitung erwähnten Werte im Grundwasser, nicht aber im Trinkwasser gemessen wurden. Das Zufiker Trinkwasser wird aus ver­schiedenen Quellen gemischt. Es weist nach wie vor eine gute Qualität auf. Für die Beurteilung der Trinkwasserqualität steht nicht das Pestizid Chloro­thalonil an sich zur Debatte, sondern dessen Abbauprodukte, die sogenannten Metaboliten. Diese können ins Grund­wasser und somit ins Trinkwasser gelangen.

Laut aktueller Aussage des Amtes für Ver­braucherschutz, Aarau, sind Chlorothalonil und die daraus entstehenden Metaboliten gemäss der eu­ropäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) als relevant eingestuft. Eine krebs­erregende Wirkung der beiden in Diskussion stehenden Metaboliten ist aber bei den äusserst geringen Aufnahmemengen über das Trinkwasser ausgeschlossen.

Für die Beurteilung der Wasserqualität sind zwei Abbauprodukte (Chlorothalonilsulfonsäure R417888 und das Chlorothalonil-Metabolit R471811) massgebend. Der Höchstwert für beide Abbauprodukte liegt bei 0.10 µg/l.

Dazu werden seit Oktober 2019 von der Bachema AG, Schlieren, im Auftrag des Regionalen Wasserverbandes Mutschellen, Messungen durchge­führt.

Die Analysen der Chlorothalonilsulfonsäure R417888 vom Oktober 2019 und Januar 2020 zeigt beim Pumpwerk Breiten, Zufikon, einen Wert von 0.04 µg/l. Dieser Wert liegt wesentlich tiefer als der Höchstwert von 0.10 µg/l.

In der Quelle Hard in Zufikon ist die Chlorothalonil­sulfonsäure R417888 gar nicht nachweisbar.

Für das Chlorothalonil-Metabolit R471811 wurde im Januar 2020 im Pumpwerk Breiten eine Probe entnommen. Die Analyse lag bei 0.28 µg/l und somit über dem Höchstwert von 0.10 µg/l. Dieser gemessene Werte liegt stark unter dem von der Sonntagszeitung am 9. Februar 2020 publizierten Wert. Die dort besprochenen Proben wurden bereits im Mai 2017 gefasst, konnten aber wegen einer fehlenden Nachweismethode erst im Jahr 2019 mengenmässig analysiert werden. Das in der Sonntagszeitung publizierte Resultat ist im Vergleich zu den aktuellen Analysen auffällig hoch. Ob es der heutigen Situation entspricht, kann angezweifelt werden, zumal zwischen der Probe­entnahme im 2017 und der Analyse im 2019 zwei Jahre verstrichen sind.

Das Thema Chlorothalonil und die damit verbundenen Herausforderungen sind für alle Was­serversorger wie auch für das Amt für Verbraucherschutz entsprechend sehr neu. Da im Kanton Aargau rund zwei Drittel aller Trinkwasserfassungen davon betroffen sind, erhält das Thema nun jedoch grösste Aufmerksamkeit von allen Stellen.

Die Wasserversorgung Zufikon und der Regionale Wasserverband Mutschellen stehen in en­gem Austausch mit dem Amt für Verbraucherschutz in Aarau und beobachten die Entwicklung der Situation. Der Gemeinderat Zufikon wird die Bevölkerung über den Verlauf der Trink­wasserqualität und die Herausforderung "Chlorothalonil-Metaboliten" aktiv informieren.

Aufgrund des aktuellen Wissensstandes kann das Trinkwasser in der Gemeinde Zufikon beden­kenlos konsumiert werden.